Archiv der Kategorie: Wissenswertes

Hoffnung für Geschädigtes Gewebe

Pluripotente Stammzellen sind Zellen, die noch nicht auf die Entwicklung zu einem bestimmten Zelltyp festgelegt sind. Sie entwickeln sich also, je nach Stimulation, zu verschiedenen Gewebetypen. So können Sie beispielsweise nach einem Schlaganfall oder einer Rückenmarksverletzung eingesetzt werden, um die Neubildung teilweise zerstörten Gewebes zu beschleunigen. Positiv ist dabei auch, dass diese iPS-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen) aus ganz normalen Zellen gewonnen werden. Allerdings muss man vorab prüfen, dass die Zellen nicht zur Krebsbildung neigen.

Dafür dürfen nach derzeitigem Wissenstand, die behandelten Vorläufer von Nervenzellen bei einer Probeinjektion in das Gehirn immunkranker Mäuse, keine Tumore bilden.

Forschern gelang es jetzt, mit Hilfe dieser geprüften Zellen, bei verletzten Mäusen das Wachstum von Rückenmarksnerven anzuregen. Die iPS-Zellen wurden neun Tage nach dem Entstehen der Rückenmarksverletzung transplantiert. Die Ergebnisse waren sehr erfolgversprechend. Die gelähmten Glieder der Tiere wiesen nach der Behandlung, eine erhöhte Beweglichkeit auf. Durchgeführt und publiziert wurden diese Versuche von

Hideyuki Okano von der Keio University in Tokio und seine Kollegen. Bevor die Ergebnisse aber in der Humanmedizin angewendet werden können, sind erst einmal Transplantationsstudien an Affen notwendig.

Heizkosten: Mieter in der Pflicht

Die Heizkostenverordnung legt unter anderem fest, das Vermieter ihre vermieteten Wohnungen mit angemessenen Heizkostenmessgeräten ausstatten müssen. Das bedeutet allerdings auch, das der Mieter verpflichtet ist, dafür eventuell notwendige Umbauten in seiner Wohnung zu dulden. Dies entschied jetzt der Bundesgerichtshof aufgrund einer Klage, weil ein Mieter Handwerkern den Zutritt zur Wohnung verwehrt hatte. Diese wollten ein Gerät einbauen, dass die vom Fallrohr der Heizung abgegebene Wärme mißt.

Außerdem sollte eine Umprogrammierung dafür sorgen, dass die verbrauchte Wärme zukünftig per Funk abgelesen werden kann. Nun kann man darüber geteilter Meinung sein, mit welchen Mitteln die Energiekonzerne versuchen, noch ein paar Euro mehr aus den Verbrauchern zu quetschen. Auch der Gedanke, dass der Energieverbrauch zukünftig jederzeit per Funk, also unbemerkt, festgestellt werden kann, ist nicht angenehm.

Aber zumindest auf diesem Weg der Zutrittsverweigerung, ist es nicht möglich, dagegen anzugehen.

Künstliche Lunge auf Mikrochip

Als Voraussetzung für die Erzeugung von Energie, ist Sauerstoff für uns Menschen die Grundlage des Lebens. 20.000 mal pro Tag, bewegt sich unsere Lunge und versorgt unsere Zellen mit dem für die Verbrennung unserer Nahrung unersetzlichen Element.

Deshalb hat der Erhalt unserer Atmungsorgane eine so herausragende Bedeutung. Da aber nicht nur Sauerstoff, sondern auch schädliche Umweltgifte auf dem Weg über die Lunge in unseren Körper gelangen, ist es für die Medizin enorm wichtig, den Transport durch die Lungenbläschen in den Körper zu verstehen. Jetzt ist es Wissenschaftlern der Harvard Universität gelungen, auf einem Mikrochip mit echten Lungenzellen und künstlichen Mikrokanälen das Verhalten der Lungenbläschen zu simulieren. Damit können die Vorgänge in der Lunge nachgestellt und untersucht werden. Auch die Atembewegungen lassen sich auf der Membran, auf der sich die Anordnung befindet, nachstellen. Die Nanopartikel aus der Luft werden von den Lungenzellen über die Mikrokanäle verteilt, was einer Abgabe der Stoffe an den Blutkreislauf des Menschen entspricht. So können genaue Messungen über die Art der weitergeleiteten Stoffe und ihre jeweilige Menge vorgenommen werden. Als Ersatzlunge kann man diese kleine Struktur zwar nicht nutzen, aber das Verständnis über die Vorgänge unserer Atmung, ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem funktionierendem Ersatzorgan.

Betrug bei Energieeffizienzklassen

Stichprobenartige Kontrollen der Rechtmäßigkeit von getroffenen Aussagen über die Energieeffizienz von Elektrogeräten, haben ergeben, dass diese besonders im Internet gern „aufgehübscht“ wird. So warben beispielsweise Anbieter von Waschmaschinen mit der Energieeffizienzklasse „A+“, für Geräte die lediglich ein „G“ verdienten. Außerdem werden „A+“ und „A++“ nur für Kühlschränke, aber niemals für Waschmaschinen vergeben.

Dadurch fiel auf, dass es sich lohnen würde, die angegebenen Energiesparvorteile der Geräte mal zu prüfen. Auch getroffene Werbeaussagen wie „30 Prozent sparsamer als Energieeffizienzklasse A“, ist ohne einen Bezug zu der Leistung der Maschine völlig nutzlos. Als Kavaliersdelikte, werden solche „Schummeleien“ zur Erhöhung des Absatzes gern betrachtet. Doch es handelt sich um einen strafbaren Verstoß gegen die Verordnung zur Kennzeichnung des Energieverbrauches, der zukünftig auch im Internet nicht mehr Folgenlos bleiben wird.

Europäisches Parlament beugt sich der Lebensmittel-Lobby

Wie bereits berichtet stimmte das europäische Parlament am Mittwoch darüber ab, ob eine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel in ganz Europa eingeführt werden soll. Es wäre ein ganz einfaches Verfahren, bei dem der Verbraucher nicht mehr über Inhaltsstoffe in Fertiggerichten und sonstigen „Fett-Fallen“ nachdenken muss, sondern wo ihm die Verpackung schon verrät, dass das Produkt nicht so gut ist, wie es die hübschen Bilder auf der Verpackung suggerieren.

Das Votum zur Nährwerttabelle bei Lebensmitteln ist jedoch vom EU-Parlament abgelehnt worden. Die Lebensmittelindustrie um Kraft Foods, Nestlé und Co. hat ganze Arbeit geleistet, um die für den Bürger einfach zu verstehende Ampel-Kennzeichnung abzuwenden. Laut Foodwatch gaben die Industrie-Riesen ein Milliarde Euro aus, um gegen eine Einführung der Ampel mobil zu machen. Die Lobbyisten führte selbst das System „Guideline Daily Amount“ (GDA) ein. Auf diesen Tabellen stehen Prozentangaben, die jedoch den Eindruck erwecken, dass es sich dabei um die Menge des Inhaltes bei zum Beispiel Zucker handelt. Richtig ist jedoch, dass die Prozentangaben zeigen, wie viel Prozent der empfohlenen täglichen Menge mit dem Produkt eingenommen werden. Einfach geht anders!

Die Abstimmung im europäischen Parlament zeigt eindeutig, dass es selbst auf Europaebene nicht darum geht Politik für die Bürger zu machen, sondern sich der Industrie zu beugen. Die Politik macht in Europa die Lobby, nicht die Politiker.