Archiv der Kategorie: Aktuelles

Rentenreform: 40.000 mehr Frührentner erwartet

Mit 40.000 zusätzlichen Frührentnern, rechnet die Bundesregierung, nach Angaben des Arbeitsministeriums, in diesem Jahr, aufgrund der neuen Rentenregelung. Die inzwischen beschlossene Anrechnung der Beiträge von freiwillig Versicherten, auf die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren, ermöglicht es einem Großteil der älteren Arbeitnehmer, ohne weitere finanzielle Verluste, in Frührente zu gehen. Auch in den Folgejahren rechnet die Regierung mit 20.000 Frührentnern mehr, pro Jahr. Dadurch wird der Staatshaushalt mit rund einer Milliarde Euro, bis 2017 stärker belastet, als ursprünglich geplant. Bei der Konzeptvorlage für die Änderung des Rentenrechts waren die damaligen Experten von einer zusätzlichen Belastung von nur 50 bis 250 Millionen Euro ausgegangen. Nach Berechnungen des rentenpolitischen Sprechers der Grünen, Markus Kurth, belaufen sich die Gesamtkosten der Senkung des Renteneintrittsalters auf 63, bei Vorliegen von 45 Beitragsjahren, auf insgesamt sieben Milliarden Euro. Allerdings gehen Finanzexperten davon aus, dass diese, relativ kulante Regelung, nicht lange Bestand haben wird, da aufgrund der demografischen Entwicklung die steigenden Kosten nicht dauerhaft finanziert werden können.

Schlechte Speisequalität in den Kitas

Die Gesellschaft für Ernährung untersuchte die Qualitätsstandards von Speisen, die in Kindergärten angeboten werden. Dafür wurden rund 1000 Kitas aufgesucht und die Speisepläne geprüft. Dabei zeigte sich, dass nur in jeder dritten Kindertagesstätte das Essen den verlangten Qualitätsstandards entsprach. Statt frische Lebensmittel zu verwenden, lassen sich die meisten Kindergärten vorgekochtes Essen liefern, dass sich qualitativ nicht von dem unterscheidet, das für Firmenkantinen zubereitet wird. Vor allem die fehlende Ausgewogenheit des Angebots, bemängelten die Tester. So wird in den meisten Kitas zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse angeboten. Fisch, der sich als besonders gesundheitsfördernd erwiesen hat, bieten die Kita-Speisepläne dagegen nur sehr selten. Lediglich in 19 Prozent der untersuchten Kindergärten wird ausreichend Salat oder Obst und nur in 30 Prozent mehrmals im Monat Fisch angeboten. Auch mögliche Allergene und diverse Zusatzstoffe sind nur selten ausgewiesen. Die Ursache dafür ist, dass nur die wenigsten Lieferanten auf Kinderverpflegung spezialisiert sind und die Kita-Leitungen haben offensichtlich ebenfalls kein echtes Verständnis, für die Notwendigkeit einer ausgewogenen Ernährung. Allerdings müssen die meisten Kitas auch mit einer dauerhaften Unterfinanzierung zurecht kommen, die eine merkliche Verbesserung der Verpflegungsqualität von vornherein ausschließen.

Lebensversicherung: Regierung plant Versicherungsreform

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase, sind viele Lebensversicherer nicht mehr in der Lage, die bisher üblichen Garantiezinsen zu gewähren. Dem Druck der Versicherungsunternehmen hat sich die Bundesregierung jetzt gebeugt und Änderungen vorbereitet, die in einem jetzt vorliegenden Referentenentwurf für das geplante Reformgesetz fertig vorgestellt wurden. Die darin enthaltenen Änderungen sollen sicherstellen, dass die Versicherungsunternehmen auch zukünftig die vertraglich vereinbarten Zusagen an die Versicherten erfüllen können. So sollen die Versicherungen ihre Kunden, als Ausgleich für geringere oder fehlende Garantiezinsen, stärker an den Risikoüberschüssen beteiligen. Der bisherige Satz von 75 Prozent wurde auf 90 Prozent angehoben. Zudem müssen Versicherungsunternehmen mehr Vorsorgemaßnahmen ergreifen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und auszuschließen. Auch für die Bewertungsreserven soll zukünftig eine „gerechtere Beteiligung der Gesamtheit der Versicherten“ gewährleistet werden. Als Bewertungsreserve gelten Wertsteigerungen von Aktien oder Anleihen. Bisher blieb der Wert einer Aktie, die für einen Versicherten erworben wurde gleich, auch wenn dieser inzwischen gestiegen ist. Die Bewertungsreserve ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis, der den Kunden berechnet wird und dem tatsächlichen aktuellen Marktwert. Geplant ist außerdem eine mögliche Ausschüttungssperre für Aktionäre einer Versicherungsgesellschaft, wenn nur so die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme an die Versicherten garantiert werden kann. Dafür darf der Garantiezins ab Januar 2015 von derzeit 1,75 Prozent, auf 1,25 Prozent gesenkt werden. Bis zur Sommerpause soll der Referentenentwurf debattiert und durch das Parlament bestätigt werden.

Pocken: Soll die Forschung eingestellt werden?

Schon vor 34 Jahren wurde die Pockenerkrankung durch die Weltgesundheitsbehörde (WHO) für ausgestorben erklärt. Der letzte weltweit an Pocken erkrankte Mensch war der somalische Krankenhausangestellte, Ali Maow Maalin, im Jahr 1977. Trotzdem können Wissenschaftler nicht ausschließen, dass die Krankheit eines Tages wieder ausbricht. Deshalb werden aktuell in je einem Labor in Russland und den USA noch Pockenerreger aufbewahrt und erforscht. In dieser Woche muss die Weltgesundheitsorganisation entscheiden, ob die Gefahr der Lagerung von Pockenviren schwerer wiegt, als die Gefahr einer erneuten Pockenepidemie. Ein solcher Ausbruch wäre verheerend, da seit Jahrzehnten nicht mehr gegen Pocken geimpft wird und auch der Impfschutz der Älteren, ist nach so vielen Jahren nicht mehr wirksam. Vor der Impfung erkrankten rund 300 bis 500 Millionen Menschen an Pocken, von denen rund ein Drittel starb. Die Überlebenden bleiben durch die Pockennarben schwer entstellt. Eine medikamentöse Behandlung ist noch immer nur wenig erfolgreich, so dass allein die vorbeugende Impfung einen ausreichenden Schutz vor den Folgen einer Pockenerkrankung bietet. Auch wenn seit 37 Jahren keine Krankheitsfälle mehr bekannt wurden, bleibt die Gefahr für ein Wiederaufleben der Seuche bestehen. Vor allem die den Menschenpocken verwandten Kuh- und Affenpocken gelten als mögliche Gefahrenquelle. Kuhpocken sind zwar für Menschen nicht gefährlich, doch bei einer Mutation der Viren, könnte sich das schnell ändern. „Die Viren der Kuh- und Affenpocken sind genetisch zu über 95 Prozent mit dem Erreger der Menschenpocken identisch“, erläutert der Virologe Gerd Sutter, von der Ludwig-Maximilian-Uni München. Für uns gefährliche Mutationen sind deshalb nur eine Frage der Zeit. Aus diesem Grund raten Wissenschaftler davon ab, die letzten im Labor befindlichen Pockenviren zu zerstören und empfehlen, ihn statt dessen weiter zu erforschen.

Vierzig Prozent aller Eltern sind Raucher

In Deutschland sind vier von zehn Eltern Raucher. Das ermittelte eine Studie der Krankenversicherung DAK. Dabei gibt es gravierende regionale Unterschiede. Während im Süden Deutschlands, beispielsweise in Rheinland-Pfalz, die Quote bei 21 Prozent, oder in Bayern und Baden-Würtemberg bei 30 Prozent liegt, rauchen in Berlin mit 48 Prozent, fast die Hälfte aller Eltern. Dies bezeichneten die Experten der DAK als besorgniserregend, da durch Passivrauchen auch die Gesundheit der Kinder nachweislich gefährdet ist. Vergleiche der Krankendaten von Kindern mit rauchenden und nichtrauchenden Eltern zeigen, dass Kinder von Rauchern häufiger und schwerere Atemwegsinfekte bekommen und anfälliger für Asthmaerkrankungen sind. Weniger bekannt ist, dass ein Großteil der Schadstoffe über die Haut ausgeschieden wird und bei Berührung übertragen werden kann. Deshalb schadet das Rauchen der Eltern ihren Kindern auch dann, wenn nicht in Gegenwart der Kinder geraucht wird.