Organspendebereitschaft weiterhin schlecht

Von , 16. Juni 2014 12:29

Die Zahl der Organspenden hat sich, nach dem Organspendeskandal bisher nicht wieder stabilisiert. Noch immer sinkt die Spendenbereitschaft kontinuierlich. Auch in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres verringerte sich die Zahl der Spender, trotz der von der Bundesregierung gesetzlich verankerten Verpflichtung der Krankenversicherungen, ihre Versicherten anzuschreiben und nachzufragen, ob sie zu Organspenden nach ihrem Tod bereit sind. Inzwischen gibt es in Deutschland mehr Transplantationen, als Organspenden. Das ist möglich, weil Deutschland Teil des Eurotransplant-Verbundes ist und auch Organe aus anderen europäischen Staaten bekommen kann. Deren Zahl ist allerdings begrenzt und das derzeitige Ungleichgewicht wird nicht dauerhaft akzeptiert werden. Eingebrochen war die Zahl der Organspenden 2012, nachdem bekannt wurde, dass es in mehreren Universitätskliniken zu Manipulationen bei der Organvergabe kam. Obwohl diese komplett aufgedeckt und die Gefahr weiterer Manipulation durch eine Verschärfung der Kontrolle ausgeschlossen ist, hat sich die Spendenbereitschaft seitdem nicht wieder erholt. Aktuell warten circa 11.000 Schwerkranke auf ein Spenderorgan. Während Lebendspenden fast ausschließlich unter Verwandten möglich sind, kann jeder Mensch, durch die Erlaubnis der Organentnahme, nach seinem Tod, Leben retten. Doch obwohl fast 80 Prozent aller Bundesbürger in einer diesbezüglichen Umfrage angaben, der Organspende prinzipiell positiv gegenüber zu stehen, konnten sich bisher erst 28 Prozent von ihnen dazu entschließen, einen Organspendeausweis auszufüllen.

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