Bundestag stimmt Transplantationsgesetz zu

Um die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen, hat die Regierung ein neues Gesetz zur sogenannten Entscheidungslösung vorgelegt, dass jetzt vom Bundestag mit breiter Mehrheit beschlossen wurde. Demnach bekommt zukünftig jeder Bürger ab dem vollendeten 16. Lebensjahr eine schriftliche Aufforderung, sich für oder gegen die Bereitschaft zur Organspende zu entscheiden. Bisher mussten potentielle Organspender sich aktiv um einen Organspendeausweis bemühen und diesen von sich aus beantragen. Zukünftig wird er dem amtlichen Schreiben gleich beigelegt. Rund 25 Prozent aller Deutschen haben bisher einen Organspendeausweis. Mit der neuen Regelung, die im Transplantationsgesetz verankert ist, wird jeder gezwungen zumindest darüber nachzudenken, ob er spenden möchte oder dies ablehnt. In Deutschland warten derzeit 12.000 Patienten auf ein Spenderorgan. Ein Großteil von ihnen wird, aufgrund fehlender Spender, in den kommenden Monaten sterben. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr weist deshalb in seiner Rede vor dem Bundestag nochmal auf die große Hilfe hin, die jeder Organspender leistet: „Wir sagen den Menschen auch: Jeder Organspender ist ein Lebensretter“. Kritisiert wurde von den Linken allerdings der Beschluss der Regierung, zukünftig die Spendenbereitschaft auf der Gesundheitskarte zu speichern. Dies lehnten die Linken aus Datenschutzgründen ab. Der Sprecher des Marburger Bund, Rudolf Henke, mahnte an, dass nicht nur ein neues Gesetz, sondern auch eine gesellschaftliche Debatte notwendig ist, um den Organmangel zu beheben.

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