Verkaufte Patientendaten in Deutschland?

Wie der „Spiegel“ berichtete, werden in Deutschland Millionen Patienten und ihre Ärzte ausspioniert und die erhobenen Patientendaten verkauft. In einem umfangreichen Bericht des Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein wird dargelegt, dass das süddeutsche Apothekenrechenzentrum VSA, seit Jahren Patientendaten von 42 Millionen gesetzlich versicherten Deutschen an internationale Marktforschungsunternehmen, zum Beispiel den US-amerikanischen Konzern IMS Health, verkauft. Verschlüsselt sind die Daten nur unzureichend, so dass sich leicht die Versichertennummer der Patientenakten und damit die Identität eruieren lassen. Als einen „der größten Datenskandale der Nachkriegszeit“ kritisiert Thilo Weichert, der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig Holstein. „Es wäre traurig, wenn die Dienstleister des Vertrauensberufs Apotheker erst durch Gerichtsprozesse zur Vertraulichkeit zu veranlassen wären.“ Der Verkauf der Daten läuft seit vielen Jahren und ist ein lukratives Geschäft. So bot der IMS Health Teile der gekauften Daten, von Diabetespatienten, für 86.400 Euro an und warb damit, dass diese „pantientenindividuell“ seinen und „zwölf Monats-Updates“ beinhalten.

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