Neue Ansätze im Kampf gegen Alzheimer

Wie man erst seit knapp zehn Jahren sicher weiß, werden im Hippocampus, sozusagen unserem Kurzzeitspeicher, immer wieder alte durch neue Nervenzellen ersetzt. Ein funktionierendes Gleichgewicht ist dabei deshalb so wichtig, weil alle Informationen, die wir im Laufe des Tages aufnehmen, zuerst im Hippocampus gespeichert und während des Schlafes an die Großhirnrinde zur Langzeitspeicherung übermittelt werden. Problematisch wird es, wenn sich durch Krankheit oder Alter bedingt, viele junge Nervenzellen nicht zu voll funktionsfähigen Neuronen entwickeln können.

Andrew Pieper und Steven McKnight vom Medical Center der University of Texas in Dallas, haben mit ihren Mitarbeitern, 1000 chemische Verbindungen auf die Fähigkeit hin untersucht, die Entwicklung neuer Neuronen zu unterstützen. Dabei stießen sie auf ein Aminopropylcarbazol P7C3, dass bei Versuchen mit Mäusen das Wachstum neuer Nervenzellen verdreifachte. Sollte sich diese Substanz auch in weiteren Tests als ungefährlich und erfolgreich erweisen, könnte man daraus erstmals ein wirklich wirksames Mittel gegen Krankheiten wie beispielsweise Alzheimer entwickeln. Alzheimerpatienten sind aber nicht die Einzigen, die davon profitieren würden. Viele Erkrankungen, die bisher der Psyche des Betroffenen zugeschrieben werden, sind Folgen eines verkümmerten und nicht voll leistungsfähigen Hippocampus. Dessen Degeneration setzt, wie wir heute wissen, schon bei länger anhaltendem Stress ein, vor dem in der modernen Gesellschaft, kaum Jemand geschützt ist.

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