Macht uns das Internetzeitalter dumm?

Fünfundsiebzig Prozent aller Deutschen sind durchschnittlich mindestens 2 Stunden täglich online – zu Hause, aber auch unterwegs mit dem Smartphone oder iPad. Der Hirnforscher Prof. Dr. Manfred Spitzer warnt vor den Folgen, die das regelmäßige surfen mit sich bringt. Prof. Spitzer: „Unser Gehirn arbeitet wie ein Muskel – wenn es nicht gebraucht wird, baut es ab.“ Eine Untersuchung der Columbia Universität zeigte zum Beispiel, dass Studenten sich immer weniger selbst merken, nur noch wo sie die Informationen finden. Telefonnummern und Adressen werden auf dem Handy gespeichert und an wichtige Termine wie Geburtstage, erinnern uns Facebook und andere soziale Online-Netzwerke. Prof. Spitzer: „Wir lagern Gedächtnisprozesse an elektronische Geräte aus. Damit finden sie aber auch im Gehirn nicht mehr statt.“ Auch die Fähigkeiten sich räumlich zu orientieren nimmt in gleichem Maße ab, wie die Nutzung von GPS zunimmt. Wer nicht mehr regelmäßig bei Fahrten Straßenkarten lesen und verstehen muss, dessen Gehirn „verlernt“ die Fähigkeit allmählich. Durch das schnelle wechseln der Webseiten beim surfen, oft begleitet von mehreren Medien, wie Musik und Film, die gleichzeitig laufen, sinkt die Fähigkeit uns auf eine Sache zu konzentrieren. Allein in Deutschland sind nach Ansicht des Suchtbeauftragten der Regierung rund 250.000 Menschen zwischen 14 und 24 Jahren Online-süchtig. Bei weiteren 1,4 Millionen Menschen ist das Nutzungsverhalten zumindest „problematisch“. Schlecht sind die Änderungen des digitalen Zeitalters trotzdem nicht und ganz sicher sind sie nicht umkehrbar. Aber wann und wie gerade Kinder in Kontakt mit den neuen Medien gebracht werden, sollte zur Vermeidung von Langzeitschäden gut durchdacht werden.

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