Steigende Probleme durch Personalmangel in der Pflege

Erst vor wenigen Wochen hat die Regierung eine Erhöhung des Mindestlohnes in der Pflegebranche auf den Weg gebracht. Doch falls sie sich damit Ruhe vor den Forderungen von Ärzten und Pflegern erhoffte, hat sie sich getäuscht. Denn was nützt eine minimale Erhöhung des Mindestlohnes, von dem ohnehin nur die am schlechtesten bezahlten Mitarbeiter der Branche profitieren, wenn die in schwere Missstände für Pfleger und Pflegebedürftigen mündenden Belastungen nicht endlich abgefangen werden. Was gebraucht wird ist mehr Geld für Ausstattung und Material, aber vor allem mehr Personal. Geschäftsführer des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe riefen jetzt nicht nur die in der Pflege arbeitenden, sondern auch die Patienten und ihre Angehörigen auf, gegen die Ignoranz der Probleme durch die Regierung zu protestieren. Gudrun Gille, Präsidentin des Verbandes, zeigt die schwierige Lage für Pflegekräfte auf: „Schüler in der Altenpflegeausbildung lernen schon, mehr zu dokumentieren, als tatsächlich getan wird…Wir sind wütend und zornig und auch manchmal verzweifelt“. Die auch unter günstigsten Bedingungen körperlich und psychisch schwere Arbeit wird durch den Personalmangel zusätzlich erschwert und ist oft einfach nicht mehr ertragbar. Überlastungen durch 10-Stunden Dienst, nicht selten ohne Pause, überschreiten nicht nur die Grenze der Belastbarkeit der Pfleger, auch die Gefahr für Patienten, falsch behandelt oder einfach vergessen zu werden, wächst. Dazu kommt, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten zehn Jahren um 500.000 steigen werden. Darauf ist niemand vorbereitet. Allein in Krankenhäusern würden dann 140.000 Pflegekräfte fehlen. Bundesgesundheitsminister Rösler hat zwar angekündigt: „…die Pflege weiter zu verbessern und sie auch finanziell auf ein langfristig tragfähiges Fundament zu stellen“, aber bisher sind den Reden noch keine Taten gefolgt.

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