WHO warnt vor Antibiotika-Ressistenz

Die Weltgesundheitsorganisation warnt erneut vor Antibiotikaresistenten Bakterien. Immer öfter versagen verschiedene Antibiotika-Präparate gegen bakterielle Erkrankungen. Viele Krankheiten und Verletzungen, die in den vergangenen Jahrzehnten kein Problem darstellten, enden wesentlich häufiger tödlich, erklärte Keiji Fukuda, der stellvertretende WHO-Chef. Um 64 Prozent ist in den letzten Jahren die Todesrate bei Infektionskrankheiten gestiegen. Zu den nicht mehr auf Antibiotika ansprechenden Bakterien gehört auch das am weitesten verbreitete Darmbakterium Klebsiella pneumoniae, der weltweit die meisten Infektionskrankheiten auslöst. Zwar ist es normal, dass sich auch Bakterien unter dem Druck der für sie verschlechterten Lebensbedingungen anpassen, aber die aktuell hohe Zahl an Bakterienarten, die eine Resistenz entwickeln, ist vermutlich auf den umfangreichen vorbeugenden Antibiotikaeinsatz in der Human- und Tiermedizin zurück zu führen. Vor allem in der Tiermast werden seit Jahrzehnten prophylaktisch Breitbandantibiotika verfüttert, wodurch sich die Mastbetriebe zu regelrechten genetischen Brutstätten resistenter Bakterien entwickelt haben. Die WHO hält es deshalb für unumgänglich, den Umgang mit Antibiotika-Verschreibungen zu ändern. Keiji Fukuda mahnt „entschlossene und koordinierte Aktionen“ an. So sollte, neben einer umfassenden Änderung in der Tiermast, auch die Verschreibung von Antibiotika in der Humanmedizin stark zurück gefahren werden. Außerdem müssten die Regierungen weltweit die diesbezügliche Forschung stärker finanziell unterstützen, damit Resistenten schneller erkannt und Alternativen gefunden werden können. Der vorliegende WHO-Bericht erfasst medizinische Daten aus 114 Ländern.

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