Depressionen werden oft falsch behandelt

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung „Faktencheck Gesundheit“ deckt auf, dass nur 25 Prozent aller Depressiven korrekt behandelt werden. So bekommen zwar viele depressive Patienten Medikamente, doch fehlt es bei den meisten an der nötigen Psychotherapie. Ob neben Medikamenten auch eine psychische Behandlung erfolgt, hängt zu einem Großteil davon ab, wo die Betroffenen wohnen. Im sächsischen Zwickau bekommen beispielsweise nur 13 Prozent Depressiver eine ausreichende medizinische Versorgung, während es im nordrhein-westphälischen Münster immerhin 40 Prozent sind. Wie häufig eine Psychotherapie angeboten wird hängt davon ab, ob ausreichend Psychotherapeuten und Fachärzte für psychische und psychosomatische Störungen vorhanden sind. Viele Allgemeinmediziner sind nicht in der Lage zu erkennen, welche Behandlung bei einer Depression angemessen ist. „Die Ergebnisse sind alarmierend. Werden Depressionen nicht angemessen behandelt, können sie chronisch werden“, erklärt der Autor der Studie, Martin Härter, von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf. Falsche oder fehlende Behandlung sind mit Schuld daran, dass sich durchschnittlich jeder siebente Depressive das Leben nimmt. Für die vorliegende Studie wurden anonymisierte Daten von sechs Millionen Krankenversicherten der BKK ausgewertet.

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