Immer mehr Rentner wandern aus

Von , 2. Juli 2014 12:10

Immer mehr deutsche Rentner ziehen ins Ausland. Zwischen 1993 und 2013 verdoppelte sich ihre Zahl auf 220.000. Das berichtete die “Süddeutsche Zeitung”, nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung, DRV. Die beliebtesten Auslandsdomizile der Deutschen sind die USA und die Schweiz. An jeweils 25.000 Bürger überweist die DRV monatlich Rentenzahlungen in beide Länder, gefolgt von Österreich, mit 22.000 und Mallorca, mit 19.000 Überweisungen. Ebenfalls beliebt sind Frankreich, Kanada und Australien. Damit lebt aktuell ungefähr jeder 15. deutsche Rentner im Ausland. Grundsätzlich wird die Rente in jedes gewünschte Land überwiesen. Lediglich eventuell anfallende Überweisungskosten, müssen von den Empfängern selbst getragen werden. Auch die Erträge aus privaten Rentenpolicen, müssen auf Wunsch ins Ausland überwiesen werden. Zu Kürzungen kann es dabei jedoch bei verschiedenen staatlichen Zuschüssen kommen, wie beispielsweise für die Riester-Rente. Auch mögliche Steuerzahlungen müssen bedacht und eingeplant werden, da Rentner auch bei der Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland steuerpflichtig bleiben. Komplizierter, aber grundlegend wichtig, ist die vorherige Klärung der Ansprüche und eventuellen Unterschiede, bei der Kranken- und Pflegeversicherung. “Jeder Versicherte bekommt dann im Ausland alle Sachleistungen, die auch ein Versicherter des jeweiligen Wohnstaates bekommen würde. Die allerdings können erheblich von denen abweichen, die in Deutschland Standard sind”, erklärt Bernd Christl, von der Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA), des GKV-Spitzenverbandes.

Kassenpatienten warten doppelt so lange wie Privatpatienten auf Termine

Von , 30. Juni 2014 12:00

Rund fünf Wochen lang müssen Kassenpatienten durchschnittlich auf Termine bei Fachärzten warten. Privatpatienten dagegen haben nur eine halb so lange Wartezeit. Das ergaben 120 Testanrufe, im Rahmen einer Recherche durch die “Frankfurter Allgemeinen Wochenzeitung” (FAS). 20 der angeblichen Kassenpatienten erhielten überhaupt keinen Termin. “Überlange Wartezeiten sind leider kein Einzelfall”, erklärte der Bundesgesundheitsminister, Hermann Gröhe (CDU), in einem Interview gegenüber der “FAS”. Er plant, um diese langen Wartezeiten und Benachteiligung von Kassenpatienten zu unterbinden, gesetzlich verbindliche Richtlinien für die Terminvergabe einzuführen. Schon im Koalitionsvertrag hatten sich CDU und SPD darauf geeinigt die Kassenärztlichen Vereinigungen zu zwingen, Servicestellen einzurichten, über die gesetzlich Versicherte Facharzttermine, in einem vorgegebenen Zeitraum, erhalten können. Dagegen beteuerte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, dass lange Wartezeiten kein deutschlandweites Problem seien und eine solche Maßnahme deshalb nicht nötig wäre. Als Hauptgrund für die immer gut gefüllten Arztpraxen gab er zudem die viel zu häufigen Arztbesuche der Deutschen an. “Jeder Bürger sucht im Durchschnitt 17mal im Jahr einen Arzt auf. Mit diesem Wert liegen wir weltweit an der Spitze”, betonte Gassen.

Krankenkasse: Neue Beitragssätze kommen

Von , 16. Juni 2014 12:33

Der Bundestag hat die Reformvorlage der Regierung, zur Änderung der Kassenbeiträge, bestätigt. So gelten ab Beginn 2015 für alle gesetzlich Versicherten neue Beitragssätze. Damit können die Kassen in Zukunft Einkommensabhängige Zusatzbeiträge verlangen. Betroffen sind davon nur die Versicherten. Der Arbeitgeberanteil wird durch die Zusatzbeiträge nicht belastet, sondern kann sogar sinken. Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verteidigte die Mehrbelastung für die Versicherten damit, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen “zukunftsfest” gemacht werden müssten. “Unsere Gesellschaft wird älter, dadurch werden auch die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung langfristig steigen.” Durch die Möglichkeit, verschiedene Therapieoptionen an Zusatzverträge zu knüpfen, solle die Qualität der Leistungen gewährt werden. Experten wiesen allerdings nach, dass nach einer kurzen Entlastung der Versicherten, die Zusatzbeiträge rasant steigen und damit der Grundstein für eine rechtlich abgesicherte Zweiklassenmedizin gelegt wird. Die Kritiker der Reform bemängeln zudem, dass durch die Festschreibung des Arbeitgeberanteils die erwarteten steigenden Kosten allein auf die Arbeitnehmer abgewälzt werden, was einen herben Einschnitt in den Sozialstaat darstellt. Besonders angesichts der größeren Differenz zwischen Arm und Reich ist dies ein “eklatanter Bruch mit dem Solidarprinzip”, so Annelie Buntenbach, vom DGB-Vorstand.

Organspendebereitschaft weiterhin schlecht

Von , 16. Juni 2014 12:29

Die Zahl der Organspenden hat sich, nach dem Organspendeskandal bisher nicht wieder stabilisiert. Noch immer sinkt die Spendenbereitschaft kontinuierlich. Auch in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres verringerte sich die Zahl der Spender, trotz der von der Bundesregierung gesetzlich verankerten Verpflichtung der Krankenversicherungen, ihre Versicherten anzuschreiben und nachzufragen, ob sie zu Organspenden nach ihrem Tod bereit sind. Inzwischen gibt es in Deutschland mehr Transplantationen, als Organspenden. Das ist möglich, weil Deutschland Teil des Eurotransplant-Verbundes ist und auch Organe aus anderen europäischen Staaten bekommen kann. Deren Zahl ist allerdings begrenzt und das derzeitige Ungleichgewicht wird nicht dauerhaft akzeptiert werden. Eingebrochen war die Zahl der Organspenden 2012, nachdem bekannt wurde, dass es in mehreren Universitätskliniken zu Manipulationen bei der Organvergabe kam. Obwohl diese komplett aufgedeckt und die Gefahr weiterer Manipulation durch eine Verschärfung der Kontrolle ausgeschlossen ist, hat sich die Spendenbereitschaft seitdem nicht wieder erholt. Aktuell warten circa 11.000 Schwerkranke auf ein Spenderorgan. Während Lebendspenden fast ausschließlich unter Verwandten möglich sind, kann jeder Mensch, durch die Erlaubnis der Organentnahme, nach seinem Tod, Leben retten. Doch obwohl fast 80 Prozent aller Bundesbürger in einer diesbezüglichen Umfrage angaben, der Organspende prinzipiell positiv gegenüber zu stehen, konnten sich bisher erst 28 Prozent von ihnen dazu entschließen, einen Organspendeausweis auszufüllen.

Ärzteschaft fordert Verbot von Alkoholwerbung

Von , 6. Juni 2014 09:39

Die Ärzteschaft hat sich erneut offiziell für ein Verbot jeglicher Alkoholwerbung ausgesprochen. In einer zum Abschluss des Deutschen Ärztetages in Düsseldorf vorgetragenen Erklärung heißt es, dass die Folgen von Alkoholabhängigkeit- und Missbrauch ein erhebliches Problem darstellen und es deshalb “sinnvoll” sei, Werbung dafür, ebenso wie schon für Tabakwaren, zu verbieten. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, DHS, sterben pro Jahr circa 74.000 Menschen, an den Folgen ihres Alkohol-, bzw. durch den kombinierten Alkohol- und Tabakkonsum. Zudem fordert die Ärzteschaft ein Verbot von E-Zigaretten und nikotin-freie Shishas an Minderjährige, da diese eine Gewöhnung an Suchtmittel fördern. Eine solche “Stabilisierung des Suchtverhaltens” sei besonders bei Kindern und Jugendlichen gefährlich. Deshalb sollte das Verbot dieser, gesundheitlich bisher als weitestgehend unbedenklich geltenden Rauch-Ersatz-Mittel, in das Jugendschutzgesetz aufgenommen werden.