Die Zahl der Organspender hat sich in Deutschland seit Jahren auf einem sehr niedrigem Niveau eingependelt. Und das, obwohl 65 bis 80 Prozent der Menschen im Land Organspenden prinzipiell positiv gegenüber stehen. Das hängt laut Nadja Komm, Transplantationsbeauftragte der Uniklinik Heidelberg, einerseits an organisatorischen Schwierigkeiten, andererseits aber auch mit gesellschaftlichen Problemen zusammen. Viele Menschen haben Angst, dass sie bei einer schweren Krankheit früher von den Ärzten aufgegeben werden, damit ihre Organe verwendet werden können. Dazu kommt, dass sich immer weniger Menschen mit ihrem Tod beschäftigen möchten. Das führt dazu, dass die Wartelisten für Spenderorgane immer länger werden, obwohl die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung eigentlich vorhanden ist. 12.000 Patienten, warten derzeit auf ein Spenderorgan.
In anderen Ländern hat sich die umgekehrte Vorgehensweise bewährt. Hier gilt die Widerspruchsregelung. Das heißt, das jeder Mensch grundsätzlich Organspender ist, so lange er dem nicht ausdrücklich widerspricht. Eine Regelung die sinnvoll ist, zwingt sie doch Jeden, sich mindestens einmal im Leben mit diesem Thema auseinander zu setzen.
Denn Krankheit oder ein Unfall kann jeden von uns treffen und damit auch der Bedarf an einem Spenderorgan.